Weißdorn für Ihr Herz
Aus der Natur- Apotheke
Allgemeines
Weißdorn trägt die botanische Bezeichnung Crataegus laevigata. Beheimatet ist der Weißdorn in Europa und dem östlichen Mittelmeergebiet.
Der Weißdorn ist ein strauchartiger Baum, der bis zu 12 Meter hoch werden kann. Er besitzt dornige, meist stark verzweigte Zweige. Seine
Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün, auf der Unterseite heller. Die weißen Blüten stehen in aufrechten, reichblütigen Doldenrispen und verströmen einen intensiven, nicht allzu angenehmen Geruch. Die fleischigen Scheinfrüchte sind meist rot gefärbt.
In der Antike wurde er in Europa als Feuerholz oder zur Herstellung kleinerer Holzgegenstände benutzt. Im Mittelalter diente er aufgrund seiner stacheligen Dornen zur Abzäunung von Feldern und Gehöften. Sein volkstümlicher Name "Heckendorn" weist noch heute darauf hin.
Als erstes entdeckten die alten Chinesen diese Pflanze für ihre Heilkunde. Erst in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts verwendete ein irischer Arzt mit großem Erfolg den Weißdorn bei verschiedenen Herzleiden. Zusammen mit dem Fingerhut und dem Maiglöckchen setzte er sich Anfang des 19. Jahrhunderts als altbewährte Mittel bei Herzschwäche durch.
Die medizinische Forschung untersuchte den Fingerhut genauer und fand einen Wirkstoff, der besonders für die heilkräftigen Wirkungen dieser Pflanze verantwortlich und nannte diesen Digitalis. Da dieser in reiner Form hergestellt werden konnte, verdrängte er durch den so verlässlicheren Wirkstoffgehalt und die einfachere Einnahme die Kräutertees bei der Behandlung von Herzschwäche. Einzig der Weißdorn ist heute noch in der Behandlung zeitgemäß. In den 1990er Jahren wurde seine Herz regulierende Wirkung auch wissenschaftlich bewiesen.
Wegen seiner Härte wird das Holz des Weißdorns zu Spielzeug, Spazierstöcken und Ähnlichem verarbeitet. Medizinisch verwendet werden die getrockneten Blätter und Blüten. Die Früchte dienen als Ausgangsdroge zur Herstellung einiger Fertigarzneimittel. Importiert wird die Droge größtenteils aus ost- und südosteuropäischen Ländern.
Wirkung und Inhaltsstoffe
Medizinisch wirksame Inhaltsstoffe des Weißdorns sind Pyocyanidine und Flavonoide. Diese erweitern die Herzkranzgefäße und bewirken so eine gesteigerte Durchblutung des Herzmuskels. Außerdem erhöhen sie die Herzleistung leicht, indem sie die Schlagkraft und den peripheren Widerstand verringern. Des Weiteren wirken sie regulierend auf den Bluthochdruck.
Die Weißdornfrüchte enthalten ebenfalls Procyanidine und Flavonoide, allerdings in nur sehr geringen Mengen. Sie finden vor allem in der Homöopathie Verwendung.
Anwendungsgebiete
Weißdorn wird bisher vor allem zu Behandlung leichter Formen einer Herzinsuffizienz oder bei einem altersbedingten Nachlassen der Herzleistung (Altersherz) eingesetzt. Besonders als dauerhafte, unterstützende Maßnahme soll es die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verbessern und eine Verschlimmerung der Herzschwäche vermeiden.
Auch nach Ansteckungskrankheiten oder bei gezieltem Ausdauertraining kann Weißdorn die Herzleistung verbessern. Interessant ist, dass Weißdorn auch Herzbeschwerden durch nervliche und psychische Überbelastung mildert. So ist er auch bei nervösen Herzrhythmusstörungen oder Herzbeschwerden bei gestresstem Lebensalltag bewährt.
Bei funktionellen Herzbeschwerden, wie z.B. Blutdruckschwankungen oder Extrasystolen, ist die Wirksamkeit von Weißdorn nicht sicher belegt. Als Alternative und als Ergänzung zu chemisch-synthetischen Medikamenten ist Weißdorn bei der Therapie der leichten Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium II) zugelassen. In hochdosierter Form soll er auch im fortgeschrittenen Stadium (NYHA III) wirksam sein. Zur Therapie mittelgradiger und schwerer Herz-Kreislauf-Beschwerden sind Weißdorn-Präparate als alleinige Maßnahme jedoch nicht empfehlenswert.
Zu beachten ist, dass Weißdorn erst seine volle Wirkung erreicht, wenn er über längere Zeit (Monate) regelmäßig und in genügender Menge eingenommen wird. Die Wirkung besteht dann in einer Besserung des Wohlbefindens, einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit, sowie Abnahme der Enge- und Druckgefühle in der Herzgegend
Dosierung und Anwendung
Weißdorn kann als Tee, Frischpflanzensaft oder als Fertigpräparat in Form von Tropfen, Ampullen, Dragees oder Kapseln eingenommen werden. Aufgrund des festen Wirkstoffgehalts werden heutzutage Fertigpräparate den Zubereitungen aus Pflanzenteilen vorgezogen. Die Tagesdosis sollte 5 g Droge, 3,5 bis 19,8 mg Flavonoide oder 160 bis 900 mg alkoholischer Extrakt nicht übersteigen.
Teezubereitung: Ein Teelöffel (1,5 g) Weißdornblätter mit Blüten werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und 10 bis 15 Minuten ziehen gelassen. Drei- bis viermal täglich sollte über mehrere Wochen eine Tasse getrunken werden.
Die Droge sollte kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.
Hinweise
Schädliche Nebenwirkungen sind in der jeweils empfohlenen Dosierung der Weißdornpräparate nicht zu erwarten.
Weißdorn sollte nicht angewendet werden, bevor nicht die genauen Ursachen der Beschwerden ärztlich abgeklärt wurden. Weißdornpräparate sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet.
In der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollte vorher ein ärztlicher Rat eingeholt werden. Weißdorn darf nicht bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden.
Artikel aus: http://www.onmeda.de
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